Wie bewertest Du deine Hand - Teil 2

Inzwischen haben wir die Grundlagen der Handbewertung besprochen, die es benötigt, um zu erkennen welche Spielweise (agressiv oder defensiv) die richtige ist und ob ein Spieler eine Gewinnerhand oder Verliererhand bekommen hat, aber es gilt noch weit mehr zu beachten.

Du erhälst folgende Hand, die Klopfkarte ist 6 :

10 , 10 ♣, 10 , 8 ♠, 7 ♠, 6 ♠, K ♣, 5 , 3 ♠, 2

Dies ist ein weiteres Beispiel einer Hand zum Klopfen mit zwei 3er Figuren zu Beginn, aber mit unkombinierten Karten, deren Summe den Wert der Klopfkarte übersteigt. In diesem Fall muss entweder eine niederwertige Karte oder eine Karte gezogen werden, welche eine bestehende Figuren ergänzt oder eine neue bildet um klopfen zu können.

Eine Mehrheit der Gin Rummy Spieler wird zuerst ihre hohen unkombinierten Karten abwerfen, in dem Fall kannst Du annehmen, dass Du in den ersten Spielzügen niederwertige Karten nur vom Talon (Stock) ziehen kannst. Somit kannst du davon ausgehen, dass Du möglichweise länger warten musst, als die idealen 5 bis 6 Spielzüge, um zu klopfen. Bei einer Klopfkarte zwischen 5 und 7 besteht zudem eine erhöhte Wahscheinlichkeit, dass du zuerst mit einer gezogenen Karte eine 4er Figur bilden kannst.

Als Faustregel gilt, wenn die Klopfkarte niederwertig ist oder auf Gin gespielt werden muss und  fast alle Karten miteinander verhängt oder kombiniert sind, auch ohne bereits gebildete Figuren zu besitzen, so ist dies eher eine potenzielle Gewinnerhand. Ob eine Hand als Verliererhand eingeschätzt werden muss, hängt hauptsächlich von der Klopfkarte ab. Eine Hand mit einer 3er Figur und sieben unzusammenhängenden Karten, erscheint als Verliererhand bei einer hohen Klopfkarte, kann bei einer niederwertigen Klopfkarte aber als anständige oder durchschnittliche Hand angesehen werden.

Während der Einschätzung deiner Hand solltest Du darauf achten wie schnell deren Wert ändern kann. Eine Gewinnerhand, welche nur eine Karte benötigt um zu klopfen, kann sich rasch in ein oder zwei Spielzügen in eine Verliererhand entwickeln. Das gilt ebenso für eine vermeintliche Verliererhand. Du solltest fähig sein deine Hand im Verlauf des Spiels differenziert zu bewerten.  Du darfst nicht zu Beginn einfach festlegen, es handelt sich um eine Gewinnerhand und es bei dieser Analyse belassen. Deshalb ist ein Gin Experte einem Durchschnittsspieler gegenüber im Vorteil, weil er jederzeit eine Hand bei Bedarf neu einzuschätzen weiss und sich nicht nur auf die Analyse zu Beginn des Spiels verlässt.

Wenn du zu Beginn eine schlechte Hand erhälst, ist es wichtig deinem Gegner keine nützlichen Karten abzuerfen. Du musst ihn dazu verleiten dir die richtigen Karten zu servieren, damit du deine Hand entwickeln kannst. Folge einer defensiven Spielweise, bis sich deine Hand so entwickelt, dass du eine Gewinnmöglichkeit siehst. So bewertest Du deine Hand neu und wechselst deshalb deine Spielweise.

Der Originalartikel stammt von Rummytalk.com und wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Übersetzt wurde der Artikel aus dem Englischen von Netart.ch.

This article has been sourced from Rummy Talk, which is a comprehensive english Gin Rummy guide