Knock Rummy (Wiener Rummy)

Knock Rummy (knock=klopfen), Elimination Rummy und Wiener Rummy sind alles Rummy/Rommé Varianten ohne Auslegen mit sehr ähnlichen Regeln (Vergleiche auch Gin Rummy). Weitere Knock Rummy Varianten wie Tonk und Tong Its befinden sich in englisch auf Pagat.com. Siehe auch Chinchón. Im folgenden wird Wiener Rummy beschrieben. Es können 2 - 6 Spieler teilnehmen.

Spielkarten

Gespielt wird mit zwei Deck Spielkarten mit je einem Joker,  2 x 52 Karten und 2 Joker, also 106 Karten.

As (1), 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König in ♦   (=> mehr Details)

  Asse können als niedrigste Karte (1) und höchste Karte benutzt werden.

✭ Joker können jede beliebige Karte in Figuren ersetzen.

 

Kartenwerte

  • Joker = 20 Punkte
  • As = 11 Punkte
  • König, Dame, Bube, 10 = 10 Punkte
  • 9 = 9 Punkte ... 2 = 2 Punkte

Kartenverteilung (Deal)

Jeder Spieler erhält 10 Karten verdeckt, der Geber gibt sich eine 11. Karte. Die übrigen Karten legt er verdeckt in die Mitte des Tisches (Talon). Die Spieler besichtigen und sortieren ihre Karten. Der Kartengeber eröffnet das Spiel und legt nun eine Karte seiner Wahl offen neben den Talon, sie bildet die erste Karte des Abwurfstapels (=> mehr Details).

Ziel von Wiener Rommé

Ziel bei Wiener Rommé ist es,  alle oder möglichst viele Karten in seiner Hand zu Figuren zu kombinieren. Weiter ist es wichtig den Punktewert der unkombinierten Karten möglichst tief zu halten. Als Figuren gelten:

  • Sequenzen sind 3 oder mehr Karten des gleichen Farbsymbols in Reihenfolge, z.B. 4♠ 5♠ 6♠ oder 9 10 J Q
  • Sätze sind 3 oder 4 gleichrangige Karten, z.B. 8♠ 8 8♣ oder K♠ K K♣ K.
  • Sequenzen können beliebig viele Karten des selben Kartensymbol in Reihenfolge beinhalten, aber Sequenzen 'um die Ecke' sind nicht erlaubt: K A 2 ist z.B. eine ungültige Sequenz. Asse können als niedrigste Karte (1) und ranghöchste Karte benutzt werden:  z.B. A 2 3  oder    Q K A .

Spielablauf

  1. Der Spieler an der Reihe hat die Wahl entweder die oberste aufgedeckte Karte des Abwurfstapels oder aber die oberste verdeckte Karte des Talons in sein Blatt aufzunehmen.

  2. Er muss eine Karte aus seinem Blatt offen auf den Abwurfstapel abwerfen, um seinen Spielzug zu beenden. Er darf nicht jene Karte abwerfen, welche er gerade in diesem Spielzug vom Abwurfstapel gezogen hat ( jene vom Talon hingegen schon, ebenso wie gezogene Karten vom Abwurfstapel aus früheren Spielzügen).

  3. Der Spieler links ist am Spielzug.

Ist der Talon aufgebraucht bevor ein Sieger feststeht, wird der Abwurfstapel mit Ausnahme der obersten (sichtbaren) Karte neu gemischt und dient nun als Talon.

 

Wiener Rommé Spielende - Klopfen und Rummy gehen

Klopfen: Kann ein Spieler an der Reihe, nachdem er eine Karte gezogen hat, seine Hand so zu Figuren kombinieren, dass seine unkombinierten Karten ('Deadwood') 5 Punkte nicht überschreiten - zudem muss er eine Karte verdeckt auf den Abwurfstapel legen, welche nicht zum 'Deadwood' zählt - so darf er das Spiel beenden (Klopfen), indem er Klopft, d.h. eine Karte verdeckt auf den Abwurfstapel legt und danach seine Karten offen in Figuren und unkombinierten Karten auslegt.

Rummy gehen: Beendet ein Spieler ohne unkombinierten Karten (Deadwood = 0), so geht er Rummy. D.h. also der Spieler zieht eine Karte, wirft eine verdeckt auf den Abwurfstapel und kann alle restlichen Karten in Figuren offen auslegen.

Nachdem ein Spieler eine Runde regelkonform beendet hat, müssen seine Gegner ihrerseits ihre bestehenden Figuren in ihrer Hand offen auslegen. Nun zählt jeder den Punktwert seiner übrigbleibenden Karten (ohne eigene Figuren ) zusammen und bucht diese als Verlustpunkte auf sein Konto (auch der Klopfer). Es spielt also keine Rolle, ob ein oder mehrere Spieler weniger Deadwood (Summe der unkombinierten Karten) haben als der Klopfer, er bleibt Sieger. Geht der Rundensieger Rummy, schreiben seine Gegner zusätzlich 10 Verlustpunkte.

Abrechnung und Wertung

Eine Partie besteht aus mehreren Einzelspielen (Runden). Es wird auf 100 Punkte gespielt, d. h. also jene Spieler die mehr als 100 Punkte nach einer Runde erreicht haben, sind ausgeschieden. Sieger einer Partie ist der letzte übrigbleibende Spieler. Im seltenen Fall, wenn alle übrigbleibenden Spieler nach einer Runde über 100 Punkte auf ihrem Konto aufweisen, wird eine weitere Runde gespielt. Der Gewinner dieser Runde ist Gesamtsieger .

 Bevor eine Partie beginnt, zahlt jeder Spieler 5 Einheiten (buy-in) in den Pot. Der Klopfer erhält nach einer gewonnenen Runde 1 Einheit von jedem Spieler ausbezahlt, 2 Einheiten bei Rummy gehen.

Ein Spieler, dessen addierte Verlustpunkte nach einer oder mehreren Runden 81 oder mehr Punkte, aber nicht mehr als 100 sind, darf sich einmal zurückkaufen (re-buy). Er kann also (weitere) 5 Einheiten in den Pot bezahlen und bekommt neu die Punktzahl jenes Spielers notiert, welcher am nächsten bei 81 Punkten liegt, diese aber nicht erreicht oder überschritten hat. Bsp.:

  • A hat 89 Pt, B hat 84 Pt, C hat 74 Pt, D hat 56 Pt. A und B dürfen sich mit je 5 Einheiten ins Spiel zurückkaufen und bekommen neu 74 Pt notiert.

Bei 2 übrigbleibenden Spieler ist kein Zurückkaufen erlaubt.

Der letzte übrigbleibende Spieler ist Gesamtsieger und bekommt den Pot. Bei 5 und 6 Spielern teilen sich üblicherweise der 1. und 2. den Pot, 70% für den Gesamtsieger und 30% für den 2.

Variationen Wertung: Es wird neben dem Pot eine Rummykasse geführt. Vor jeder einzelnen Runde zahlt jeder verbleibende Spieler 1 Einheit in die Rummykasse. Jener Spieler der eine Runde mit Rummy gehen beendet, bekommt unverzüglich den ganzen Inhalt der Rummykasse. Der Gesamtsieger bekommt am Ende der Partie den eventuel noch vorhandenen Inhalt der Rummykasse, auch wenn eine Verteilung des Hauptpots zwischen dem 1. und 2. vereinbart wurde. Wird eine Rummykasse geführt, entfallen üblicherweise die 10 zusätzlichen Verlustpunkte der Rundenverlierer bei Rummy gehen des Rundensiegers.

Knock Rummy Variationen

  • Ein Spieler kann mit einem Deadwood von 10 Punkten klopfen, anstatt mit nur 5 Punkten.
  • Ist der Deadwood (Summe der unkombinierten Karten) eines oder mehrerer Spieler kleiner als der Deadwood des Klopfers, so ist dies ein 'Undercut' (Unterschneiden) und der Klopfer hat die Runde verloren. Bei Gleichstand gewinnt der Klopfer (Im Gegensatz zu Gin Rummy).

    Gewinner ist also in allen Fällen jener Spieler der am Schluss am wenigsten Verlustpunkte in den Händen hält und dieser erhält auch die Rundenprämie von 1 Einheit von jedem Spieler ausbezahlt.  Haben zwei oder mehr Spieler einen gleichwertigen Deadwood der kleiner ist als der
    Deadwood des Klopfer, zahlen die Verlierer (inklusive Klopfer) je 1 Einheit in den Pot und nicht an die Rundengewinner.
  • Es können nach dem Klopfen eines Spielers Karten ergänzt werden. Mit unkombinierten Karten des Klopfers (und anderer Spieler) dürfen durch Ergänzung keine Figuren kombiniert werden, ebenso dürfen keine bestehende Figuren umkombiniert werden um eine Ergänzung zu ermöglichen oder zu verhindern. Ergänzung in Knock Rummy kann auf zwei Arten geregelt werden:
    1. Bevor die Gegner des Klopfers ihre Figuren auslegen, darf der Reihe nach jeder Spieler an die Figuren des Klopfer eine oder mehrere Karten ergänzen, z. B. 8 8 8 (bereits gemeldeter Satz )  +   8 oder 5 6 7 (bereits gemeldete Sequenz)  ergänzt mit  4  oder  8♣  oder  4♣ + 8 . An eine Sequenz des Klopfers darf jeweils nur eine Karte an jedes Ende ergänzt werden. Ein Spieler kann keine Karte an eine bereits ergänzte Karte legen, selbst wenn dies eine gültige Sequenz ergeben würde.
    2. Die Gegner des Klopfers legen ihre Figuren aus. Der Spieler können jeweils an die Figuren des Spielers zu ihrer Rechten ohne Einschränkung eigene unkombinierte Karten ergänzen. Der Klopfer hingegen darf nirgends Karten ergänzen.

 

 

♣ Rummy.ch bemüht sich sein Regelwerk klar, verständlich und fundiert zu schreiben. Rummy/Rommé wird rund um die Welt von Millionen Leuten gespielt und es gibt keinen internationalen noch nationalen Verband z.B., der der Dschungel an verschiedenen Regeln des selben Spiels zu bändigen versucht. Zudem, 'errare humanum est', irren ist menschlich.

Deshalb sind wir froh um jede Kritik, Änderungs- und Verbesserungsvorschläge, Korrekturen, Tipps und Hinweise jeglicher Art, die helfen Rummy.ch zu verbessern. -> Kontakt oder im Forum

 (Rummy.ch, Wiener Rummy, Rev. 2, 30. 12. 2009)