Conquian (Cooncan)

Conquian ('Kon-kian' ausgesprochen), Cooncan, Coon Can, Konkien, Koonking und Conção (Brasilien) gilt als die Mutter aller westlichen Rummy Spiele, siehe dazu Rummy Geschichte. Von Lateinamerika oder Spanien scheint Conquian über Mexico in die USA gefunden zu haben, um dort den Grundstein für Gin Rummy und andere Rummy Varianten zu legen. Ursprünglich, vielerorts noch heute, wird Conquian mit spanischem Deck (40 Karten) gespielt, deshalb werden dem französischem Kartendeck die 8er, 9er und 10er entfernt.

Die folgende Conquian Variante ist für zwei Spieler. Für Varianten mit mehr als 2 Spieler und ausführlicher Strategie Anleitung für Conquian allgemein, blättern sie im Cooncan Buch von 1913 von R. F. Foster in der Openlibary.org (Englisch), wähle links unten 'Volltext'. Oder Du kannst das Buch im PDF-Format hier downloaden (2,4 mb, Public Domain)

Gemeinsam mit Panguinge hat Conquian folgende Eigenheit:

  • Ein Sieler darf eine gezogene Karte nie in seine Hand integrieren und für später behalten.
  • Wenn ein Spieler vom Talon zieht, muss er die Karte oberste Karte umdrehen, dass sie sein Gegner sehen kann. Kann der Spieler die umgedrehte Karte nicht melden, so bleibt sie offen liegen und sein Gegner ist am Spielzug.

Spielkarten

Gespielt wird mit einem spanischem Deck oder einem 52-er Deck ohne 10er, 9er und 8,  also insgesamt 40 Karten und ohne Joker.

As (1), 2, 3, 4, 5, 6, 7, Bube, Dame, König in ♦   (=> mehr Details)

  Ass gilt nur als niedrigste Karte (als 1).

 

Kartenverteilung (Deal)

Es nehmen 2 Spieler teil. Jeder bekommt je 10 Karten.

Der Kartengeber wird ausgelost und verteilt die Karten verdeckt, einzeln und im Uhrzeigersinn, zuletzt legt er die übrig bleibenden Karten verdeckt in die Mitte des Tisches, den Talon ( Beachte: Es wird nach Verteilung der Spielkarten vorerst keine Karte aufgedeckt, wie bei den meisten anderen Rummy/Rommé Varianten). Die Spieler besichtigen und sortieren ihre Karten und der Gegner des Kartengebers eröffnet das Spiel.  (=> mehr Details).

Ziel bei Conquian

Ziel ist es als erster 11 Karten in Figuren zu melden. Als Figuren gelten:

  • Sequenzen sind 3 oder mehr Karten des gleichen Farbsymbols in Reihenfolge, z.B. 4♠ 5♠ 6♠ oder 6 7 J Q
  • Sätze sind 3 oder 4 gleichrangige Karten, z.B. 5♠ 5 5♣ oder K♠ K K♣ K.
  • Sequenzen können maximal 8 Karten des selben Kartensymbol in Reihenfolge beinhalten, Sequenzen 'um die Ecke' sind nicht erlaubt: Q K 2 ist z.B. eine ungültige Sequenz, ebenso können...

  •   Asse können nur als niedrigste Karte (als 1) in Sequenzen benutzt werden:  z.B. A 2 3    aber nicht    Q K A

Spielablauf bei Conquian

Wenn Du andere Rummy Varianten kennst (Details weiter unten) : Mit Ausnahme des 1. Spielzuges gilt im Prinzip, dass ein Spieler an der Reihe, wenn er mit der obersten offenen Karte des Abwurfstapels keine eigene Figur melden oder ergänzen kann oder will, eine Karte vom Talon zieht (für den Gegner sichtbar) und diese wieder abwerfen muss, falls er damit ebenfalls keine eigene Figur melden oder ergänzen kann. Eine gezogene Karte kann also nie in seine Hand aufgenommen werden, sondern muss immer sofort zu einer eigenen Figur gemeldet oder ergänzt werden.

Der 1. Spielzug: Der Gegner vom Kartengeber ist zuerst an der Reihe. Er dreht die oberste Karte des Talons um und legt sie offen neben den Talon, auf den Abwurfstapel. Falls er mit dieser Karte eine gültige Figur auslegen kann, darf er sie ziehen und mit Karten aus seiner Hand zu einer Figur kombinieren und die Figur offen vor sich auslegen (melden). Meldet er eine Figur, so muss er danach eine Karte seiner Wahl aus seiner Hand offen auf den Abwurfstapel legen, damit beendet er seinen Spielzug. Falls er aber mit der umgedrehten Karte des Talons keine Figur bilden kann oder will, so ist sein Spielzug beendet und sein Gegner (der Kartengeber) ist an der Reihe.

Nach dem 1. Spielzug handelt ein Spieler an der Reihe in folgender Weise:

  • A. - Falls er mit der obersten Karte des Abwurfstapels eine Figur melden kann, darf er dies tun. Wenn er bereits in einer früheren Runde eine Figur(en) gemeldet hat, darf die oberste Karte des Abwurfstapels auch an eigene bereits gemeldeten Figuren ergänzen (Erklärung weiter unten), falls die Figur damit regelkonform erweitert wird. B. - Kann er mit der obersten Karte des Abwurfstapels keine Figur melden, so dreht er die oberste Karte des Talons auf und legt sie auf den Abwurfstapel. Nun darf er mit der neu aufgedeckten Karte (nun oberste des Abwurfstapels) erneut nach Möglichkeit eine Figur melden oder an eine bestehende, eigene Figur ergänzen. Kann oder will er dies wieder nicht, so ist sein Spielzug beendet

  • Hat er in diesem Spielzug eine Figur gemeldet oder ergänzt, also eine Karte gezogen, so muss er eine Karte seiner Wahl aus seiner Hand offen auf den Abwurfstapel abwerfen und so seinen Spielzug beenden. Kann er keine Figuren melden oder ergänzen, bleiben sein Blatt und eventuel gemeldete Figuren unverändert, sein Spielzug ist somit beendet und sein Gegner ist an der Reihe.


Wenn ein Spieler keine Karte vom Abwurfstapel ziehen kann, bezw. damit keine Figuren melden oder ergänzen kann, so darf er auch keine Karten aus seiner Hand zu Figuren melden oder ergänzen. Wenn er eine Karte zieht und damit eine Figur melden oder ergänzen kann, so darf er im selben Spielzug auch Karten aus seiner Hand zu Figuren melden und eine oder mehrere Karten an bestehende eigene Figuren ergänzen. Z. B. :

  • z.B. 3 3 3 (bereits gemeldeter Satz )  + 3
  • z.B. 5 6 7 (bereits gemeldete Sequenz)  +  4 oder J

Wird eine Figur gemeldet, so dürfen die eigenen bereits gemeldeten Figuren dazu umkombiniert werden, solange die veränderte Figur danach regelkonform bleibt. Z. B.:

  • Ein Spieler hat 3 4 56 bereits gemeldet. Er hält unter anderem 6 in der Hand und die oberste Karte des Abwurfstapels ist 6♣. Er darf nun die 6♣ ziehen, mit der 6 aus seiner Hand und mit der 6aus der gemeldeten Figur, eine neue Figur melden, 6 6♣ 6 , da die veränderte Figur 3 4 5regelkonform ist. Er darf nun noch weitere Karten aus seiner Hand zu Figuren melden oder eigene Figuren ergänzen und muss eine Karte aus seiner Hand offen auf den Abwurfatapel werfen.

Es darf nie eine Karte gezogen werden, um sie in seine Hand einzugliedern, sondern sie muss immer sofort zu einer eigenen Figur gemeldet oder ergänzt werden!

Ein Spieler darf nie Karten an Figuren seines Gegners ergänzen.

 

Zugzwang

Will ein Spieler die oberste offene Karte des Abwurfstapels nicht ziehen, obwohl er diese an eine bestehende eigene Figur ergänzen könnte, so darf sein Gegner ihn durch Aufforderung dazu zwingen diese zu ziehen und zu ergänzen. Damit kann ein Spieler den anderen zwingen Karten aus seiner Hand abzuwerfen.

Conquian Spielende

Wenn ein Spieler insgesamt 11 Karten in Figuren gemeldet oder ergänzt hat und somit keine Karten mehr in der Hand hält, hat er das Spiel gewonnen. Genaugenommen muss er eine Karte ziehen, bevor er beenden kann, da er ja vor einem Spielzug nur 10 Karten gemeldet und in der Hand hält.

Wird die letzte Karte des Talons umgedreht und kein Spieler kann der Reihe nach das Spiel regelkonform beenden, so wird Unentschieden gewertet.

Es ist sehr wohl möglich 10 Karten offen in Figuren gemeldet zu haben und eine Karte abzuwerfen. Allerdings ist das Spiel so nicht zu Ende. Erst wenn in einem späteren Spielzug eine  gezogene Karte zu einer gemeldeten Figur passt und somit 11 Karten gemeldet sind, kann das Spiel beendet werden, falls sein Gegner inzwischen nicht selber beenden konnte.

Abrechnung und Wertung

Die Kartenwerte spielen üblicherweise keine Rolle. Es wird im Voraus ein Betrag vereinbart, welcher der Sieger vom Verlierer ausbezahlt bekommt. Endet das Spiel unentschieden wird die nächste (zwingende) Runde(n) doppelt bewertet.

 

 

♣ Rummy.ch bemüht sich sein Regelwerk klar, verständlich und fundiert zu schreiben. Rummy/Rommé wird rund um die Welt von Millionen Leuten gespielt und es gibt keinen internationalen noch nationalen Verband z.B., der der Dschungel an verschiedenen Regeln des selben Spiels zu bändigen versucht. Zudem, 'errare humanum est', irren ist menschlich.

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